England-Besuch 2017

 Auf England fliegt nicht nur Harry Potter

Trotz Brexit in alter Freundschaft nach England: Elf Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Memmingerberg besuchten ihre frühere Comenius-Partnerschule in Newcastle. Seit über 14 Jahren nimmt Memmingerberg höchst aktiv an dem Förderprogramm für europäische Schulen teil, das von der EU finanziell unterstützt wird. 

Gemeinsam mit Studienrätin Edeltraud Merk-Schnurrenberger und Konrektorin Martina Laib ging es nach England, für viele Kinder der erste Flug in ihrem Leben. So konnten sie die ehemalige Partnerschule „Morpeth Road Primary Academy“ in Newcastle, nahe der schottischen Grenze, kennenlernen und die Schul-Partnerschaft wiederbeleben.

Jedes Kind war bei einer Gastfamilie sehr gut untergebracht, bei der es sich schnell an englisches Essen und Traditionen gewöhnen musste. Dass kein Kind freiwillig wieder nach Hause zurückwollte, war sicher auch ein Beleg für die hervorragende Gastfreundschaft in den englischen Familien.   

Auf dem Tages-Programm stand vor allem die Teilnahme am Unterricht in der englischen Schule mit Fächern wie Englisch, Mathematik oder Kunst. Aber auch der Besuch von örtlichen Sehenswürdigkeiten war geplant. So wurden Durham Cathedral und Alnwick Castle besichtigt, die als Kulissen für einige Harry-Potter-Verfilmungen dienten. Da kam Hogwarts-Feeling auf. In den beeindruckenden Gebäuden kamen sich die Schüler bald selbst wie Zauberlehrlinge vor. Fotos in mittelalterlicher Gewandung, der Besuch des Giftgartens und ein Ritt auf dem Besen durften natürlich auch nicht fehlen. „Beim Fliegen habe ich mich wie Harry Potter gefühlt!“ schwärmte Patricia begeistert.

  
Flugstunden von Leon und Tamara              und Patricia

Ein besonderes Erlebnis wartete auf die Schüler/innen in Beamish, einem historischen Erlebnis-Museumsdorf. Dort konnten sie Gebäude, Fahrzeuge und Menschen aus der Zeit von 1830 bis 1930 erleben. Die Führung durch die Kohlenmine vermittelte einen Eindruck von dem meist kurzen Leben der damals überwiegend armen Bevölkerung. Höhepunkt war aber sicherlich, dass die deutschen Jugendlichen an einer Schulstunde des Jahres 1897 teilnehmen durften. Der Gruß an die englische Königin Victoria zu Beginn der Stunde und die strengen Regeln des Unterrichtes waren zwar ungewohnt. Lea und Franziska hatten aber besonderen Spaß am Schreiben mit Feder und Tintenfass und beim lauten „Yes Sir“ bei jeder Antwort. Auch das Wiederholen des englischen 1x1 und die Prüfungen der mitgereisten Lehrerinnen durch den englischen Lehrer nach historischem Vorbild hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Natürlich kamen auch Freizeitaktivitäten nicht zu kurz. So durften die Memmingerberger an der hohen Boulder-Kletterwand in der Schulturnhalle und beim Bowling ihr Können zeigen. Die Herzlichkeit der englischen Gastgeber ließ alle Teilnehmer einhellig das Fazit ziehen: „Wir wollen noch gar nicht nach Hause“. Besser kann ein pädagogisches Projekt wohl nicht gelingen. Denn diese deutsch-englische Freundschaft wollen viele Teilnehmer möglichst bald wieder erleben und England wieder besuchen.

Links: Studienrätin Edeltraud Merk-Schnurrenberger, 
rechts: Konrektorin Martina Laib, Fiona und Mike Bell, Rektor

Ein Wermutstropfen bleibt: Der englischen Schule wird derzeit ein Gegenbesuch bei uns von den dortigen Behörden verwehrt…

Text und Bilder: Edeltraud Merk-Schnurrenberger und Martina Laib

Bericht im Memminger Kurier am 24.11.2017: